Wie deutsch ist Langdock unter amerikanischer Kontrolle? – Steiger Legal
Zum Inhalt springen<br>Zum Hauptmenü springen
Suche schließen
Suchen nach:
Suchen
Kontakt
info@steigerlegal.ch
+41 44 533 13 60
Florastrasse 1<br>8008 Zürich<br>Schweiz
Kontaktadressen
Menu
Open menu
Kontakt
Kontaktbereich schließen
Das deutsche KI-Startup Langdock ist zu 100 Prozent im Eigentum der Langdock Inc. mit Sitz im Bundesstaat Delaware in den USA. Das zeigt die Liste der Gesellschafter im deutschen Handelsregister.
Langdock gilt als deutsche Alternative zu den KI-Diensten von Anthropic, Google, Microsoft und OpenAI.
Das Versprechen von Langdock ist, dass die KI-Modelle der grossen amerikanischen KI-Unternehmen «DSGVO‑konform» genutzt werden können. Langdock verspricht auch, das Berufsgeheimnis von Ärzten und Rechtsanwältinnen zu wahren.
Der KI-Dienst wird nach Angaben von Langdock von rund 33’000 Nutzern bei über 7’000 Unternehmen genutzt.
Angeboten wird Langdock von der Langdock GmbH mit Sitz in Berlin. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) hat das gesetzliche Minimalkapital von 25’000 Euro.
Hinter der deutschen Langdock GmbH steht die amerikanische Langdock Inc. Sie kontrolliert zu 100 Prozent die deutsche GmbH und verfügt über das notwendige Kapital, um Langdock als KI-Startup gemäss dem «Silicon Valley»-Geschäftsmodell ein starkes Wachstum zu ermöglichen.
Wie stark ist Langdock amerikanisch geprägt?
Langdock war bereits ohne eine Eigentümerin in den USA stark amerikanisch geprägt. Das zeigte meine Prüfung für ein Webinar der Datenschutz-Academy von Datenschutzpartner im April 2026.
Die starke amerikanische Prägung ergibt sich aus den angebotenen KI-Modellen aus den USA, aber auch aus der Entscheidung von Langdock, die eigene App einschliesslich Datenbank bei Microsoft Azure in Deutschland zu hosten.
Langdock macht aus dieser starken amerikanischen Prägung in technologischer Hinsicht kein Geheimnis, wie der veröffentlichte «Basic Data Flow» mit folgendem Beispiel zeigt:
Ein Nutzer lädt ein Dokument bei Langdock hoch und nutzt damit die App einschliesslich Datenbank von Langdock bei Microsoft Azure in Deutschland.
Langdock schickt das Dokument und den Prompt des Nutzers als Input an das gewählte KI-Modell bei Amazon Web Services (AWS), bei der Google Cloud Platform (GCP) oder bei Microsoft Azure mit standardmässigem Hosting in der Europäischen Union (EU).
Den Output des KI-Modells erhält der Nutzer über die App und Datenbank von Langdock wieder bei Microsoft Azure in Deutschland.
Langdock schreibt in diesem Zusammenhang unter anderem (maschinelle Übersetzung auf Deutsch):
«Wenn ein Nutzer beispielsweise eine Frage zu einem Dokument stellt, senden wir die Frage des Nutzers und die relevanten Inhalte aus dem Dokument per API an das vom Nutzer ausgewählte LLM, also an einen Azure- / AWS- / Google-Cloud-Server in der EU. Die Antwort des LLM wird auf diesem Server generiert. Azure / AWS / Google Cloud speichern die Inhalte unserer API-Anfragen nicht dauerhaft. Wir erhalten die Antwort des LLM und zeigen sie im Chat an.»
Und:
«Hochgeladene Dokumente oder Chats können von Nutzern jederzeit manuell gelöscht werden. Zusätzlich können Admins in den Einstellungen festlegen, dass die Chatverläufe aller Nutzer automatisch alle 7 / 30 / 90 / 365 Tage gelöscht werden. Wenn unser Vertrag endet, löschen wir alles, was wir nicht gesetzlich aufbewahren müssen.»
Langdock verheimlicht nicht, dass verschiedene amerikanische Unterauftragsverarbeiter – jeweils mit Hosting in der EU – genutzt werden, nämlich:
Amazon Web Services (AWS)
Cloudflare
Microsoft
OpenAI
Sentry
Langdock erwähnt schliesslich einige Venture-Kapital-Investoren, bei denen sofort klar ist, dass sie aus den USA stammen, insbesondere General Catalyst und Y Combinator.
Diese Investoren dürften der Grund sein, dass die deutsche Langdock GmbH über die amerikanische Langdock Inc. gehalten wird.
Viele Investoren, gerade in den USA, verlangen für ihre Beteiligung an ausländischen Unternehmen eine Gesellschaft in Delaware.
Mein Fazit für Langdock im erwähnten Webinar lautete – damals ohne Kenntnis der amerikanischen Eigentümerschaft – wie folgt:
Deutscher KI-Dienst mit standardmässig guter allgemeiner Compliance aus schweizerischer Sicht
Hosting bei Microsoft Azure in Deutschland
Amerikanische KI-Dienste immer im Hintergrund
Zusätzlicher Berufsgeheimnisschutz, der die Risiken reduziert, standardmässig erhältlich, aber nicht ausdrücklich für die Schweiz
Als Bewertung gab ich Langdock aus Compliance-Sicht drei von fünf Sternen und gelangte zu folgendem allgemeinen Fazit für alternative KI-Dienste:
«Einige alternative KI-Dienste reduzieren die rechtlichen Risiken, aber die Frage ist immer: Wie viel USA darf es sein?»
KI-Dienste wie Langdock können die europäische Abhängigkeit von KI-Modellen aus den USA nicht beseitigen.
Solche KI-Dienste können Nutzern in Europa aufgrund ihrer Verträge mit amerikanischen KI-Unternehmen hingegen...