Globale Erwärmung beschleunigt sich - Ein Aufruf zu entschlossenem Handeln — DPG
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3-Grad-Grenze könnte schon um 2050 überschritten werden
Inzwischen ist selbst die Verpflichtung, die globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten, nur noch mit erheblich erhöhten Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft erreichbar und es besteht eine wachsende Gefahr, dass dieses Ziel verfehlt wird. Die globale Erwärmung ist in eine Phase der Beschleunigung eingetreten. Bereits um das Jahr 2050 könnte die Erwärmung sogar 3 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit erreichen, wobei der Temperaturanstieg in Deutschland deutlich höher als im globalen Mittel ausfällt. Ergebnisse von Klimamodellen deuten darauf hin, dass bis Ende des Jahrhunderts eine Erwärmung bis 5 Grad wahrscheinlich ist. Dies kann nur noch durch ein Umsteuern der Menschheit verhindert werden.
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Klimaaufruf 2025 - Kurzfassung [PDF]
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Die beschleunigte Erwärmung ist eine Gefahr für Leib und Leben
Schon die derzeit messbaren Temperaturveränderungen haben dramatische Auswirkungen. Weltweit, in Europa und Deutschland nehmen extreme Wetterereignisse zu und treten zunehmend in Regionen auf, in denen diese Ereignisse bisher völlig unbekannt waren. Einerseits kommt es immer häufiger zu langanhaltenden Dürreperioden, Hitzewellen und großflächigen Wald- und Buschbränden, andererseits zu Starkniederschlägen, häufig begleitet von schweren Überschwemmungen. Die dadurch entstehenden Schäden an privaten und gemeinschaftlichen Gütern sind immens und drohen mit Fortschreiten der globalen Erwärmung weiter zu steigen. Auch die Gefahren für Leib und Leben nehmen durch die klimatischen Veränderungen stark zu. Insbesondere kleine Kinder sowie ältere und medizinisch vorbelastete Menschen leiden unter extremer Hitze. In manchen Weltregionen ist es schon heute kaum mehr möglich, dauerhaft unter den extremen Wetterbedingungen zu (über-)leben. Es ist möglich, dass noch vor 2050 in tropischen Regionen erstmals Situationen auftreten, in denen die Kombination aus hoher Luftfeuchtigkeit und extrem hohen Temperaturen ein Überleben im Freien unmöglich machen. Auch in den Ozeanen werden regional Hitzewellen mit ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen, sinkendem Sauerstoffgehalt und erhöhter Kohlensäurekonzentration immer häufiger, mit fatalen Folgen für die Lebewesen im Meer. Es ist zu erwarten, dass sich der Meeresspiegelanstieg erheblich beschleunigen wird und in den nächsten Jahrzehnten weltweit Küstenregionen bedroht.
Zunehmend extremere Wetterbedingungen erschweren in weiten Regionen der Welt eine planbare Landwirtschaft, machen sie zum Teil unmöglich. Auch die Wasserversorgung wird durch das Abschmelzen von Gletschern vielerorts zur ständigen Herausforderung. Zudem sinkt die globale Artenvielfalt dramatisch. Für hunderte Millionen Menschen – derzeit noch vornehmlich im globalen Süden – bergen diese Entwicklungen ein sehr hohes Potential für Verarmung und Hungersnöte. So besteht ein hohes Risiko, dass in einigen Regionen der Welt die Grenzen der Bewohnbarkeit überschritten werden. Dadurch würde die Wahrscheinlichkeit erheblich steigen, dass Menschen sich dazu veranlasst sehen, diese Regionen zu verlassen.
Trockener Boden
Erneuerbare Energien
Klimaschutz und Klimaanpassung haben die gleiche sehr hohe Dringlichkeit
Angesichts dieser dramatischen Entwicklungen ist sofortiges Handeln erforderlich: Klimaschutzmaßnahmen dürfen daher nicht gebremst oder gar verhindert werden. Vielmehr müssen die Europäische Gemeinschaft und insbesondere auch Deutschland mit Nachdruck handeln. Um das Klimasystem auf einem Niveau zu stabilisieren, welches die Grundlage ziviler Gesellschaften bewahrt, muss der Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2, Methan und Lachgas aus der Gewinnung und Verbrennung fossiler Brennstoffe, der Landwirtschaft und der Zerstörung natürlicher Lebensräume weltweit schnell und massiv sinken. Aktuell steigen die Emissionen nach wie vor.
Zugleich muss CO2 mit geeigneten Methoden aktiv aus der Atmosphäre entfernt werden, um die Folgen der globalen Erwärmung wieder auf ein beherrschbares Maß zu bringen. Technische Methoden zur ausreichenden Entfernung von CO2 sind derzeit noch nicht ausgereift, verbrauchen sehr viel Energie und sind teuer. Ohnehin gelingt die Verminderung nur, wenn die industrielle Produktion und die Energiegewinnung unverzüglich auf erneuerbare Energiequellen umgestellt werden. Dazu braucht es eine konsequente Weiterentwicklung der entsprechenden Technologien, der Stromverteilungssysteme und der Speichertechnik. Trotz einer deutlichen Reduktion von Treibhausgasemissionen in Deutschland seit 1990 reichen die aktuellen Maßnahmen nicht aus, um die Ziele des deutschen Klimaschutzgesetzes bis 2030 oder die angestrebte...